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So die mehrfach Feststellung von Hermann Wenning, der am 04. September 2019 aus seinem Leben als ehemaliger Alkohol- und Drogenabhängiger in der Realschule am Buchenberg vor den Schülern der Klassen 8 aus seinem Leben berichtete. 

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Suchtprävention statt, die die Schüler und Schülerinnen der Realschule vor den Sommerferien absolviert hatten. In mehreren Unterrichtseinheiten hatten sie sich mit externen Fachkräften und mit dem Schulsozialarbeiter mit der Thematik auseinander gesetzt. Inhaltlich ging es nach einer allgemeinen Einführung in das Thema und dem Jugendschutzgesetz intensiv um die Themen Rauchen, Alkoholgenuss und illegalen Drogen. Ein finaler Präventionstag fand in der Familienbildungsstätte statt, bei dem sich die Schüler z.T. spielerisch, aber auch in Form eines Quiz, einem Rauschparcours und Übungen zum Thema „Nein-Sagen“ mit den Aspekten erneut auseinander setzten.
Mit Hermann Wenning bekam das Thema Sucht für viele Schüler und Schülerinnen plötzlich ein reales Gesicht. Herr Wenning berichtete mit schonungsloser Offenheit zunächst von seiner Alkoholkarriere und schließlich auch von seiner Drogensucht, die u.a. einherging mit der entsprechenden Beschaffungskriminalität und deren Folgen. Dabei zitierte er immer wieder ausgesuchte Passagen aus seinen beiden bisher veröffentlichen Büchern („Versoffene Jugend“ sowie „Lauf zurück ins Leben“). Neben dem Verlust von Sozialkontakten, großen finanziellen Problemen, sozialer Verelendung und Kriminalität erklärte er auch immer wieder, dass Sucht sehr einsam mache. Außerdem sei der Einstieg immer relativ einfach, der Ausstieg aber umso schwerer. Die meisten Süchtigen würden den Absprung nach wie vor nicht schaffen, die Rückfallquoten seien immens hoch. Er selbst habe sich lange Zeit aufgegeben gehabt und er nicht daran geglaubt, der Drogenszene irgendwann erfolgreich den Rücken zukehren zu können. Auch er habe den Absprung nicht beim ersten Versuch schaffen können.
Hermann Wenning zeigte sich dankbar dafür, diesen Teil seines Lebens überlebt und hinter sich gelassen zu haben. Er konnte aus seiner Erinnerung heraus von vielen Bekannten aus seiner Alkohol- und Drogenzeit berichten, die ihre Abhängigkeit schließlich mit dem eigenen Leben bezahlt hatten.
Sehr hilfreich für ihn sei seine Familie gewesen, die immer zu ihm gestanden hätte und schließlich der Laufsport, der ihn zurück ins eigentliche Leben führte.
Herr Wenning ist nunmehr seit 15 Jahren clean, d.h., er nimmt keine Drogen mehr, trinkt keinen Alkohol und ist Nichtraucher. Seit vielen Jahren hält er Vorträge, u.a. in Schulen und ist auch bekannt durch verschiedene Publikationen sowie Funk und Fernsehen (www.hermannwenning.de)
Die Schülerinnen und Schüler hörten Herrn Wenning bei seinem 90minütigem Vortrag gebannt zu und gingen beeindruckt in die anschließende Pause.